Zen in der Kunst des Bogenschießens

Endlich habe ich den Klassiker von Eugen Herrigel selbst gelesen!

ISBN 978-3-426-29121-4

Zen kann man nicht erklären, man muss es erleben.
Und so beschreibt Herrigel den Beginn seines Bogenwegs. Sechs Jahre hat er in Japan studiert und dieses Wissen dann nach Europa mitgebracht.

Da ich früher eine Zeitlang Kampfkunst geübt habe, ist mir manches nicht unbekannt. Aber manchmal braucht es einfach Zeit, sehr lange Zeit, bis sich Dinge fügen.
Damals hätte ich den Text überhaupt nicht verstanden. Heute, da ich mich selbst auf den Weg gemacht habe, kann ich mein Tun etwas besser reflektieren. Was nicht heißt, dass ich etwas in der Tiefe verstanden hätte. 😉
Eugen Herrigel beschreibt das Bogenschießen als einen/seinen Weg zu sich selbst. Er hätte auch über Ikebana oder die Teezeremonie schreiben können, aber damit hätte ich nicht so viel anfangen können.
Auch wenn mir die ostasiatische Mentalität eher fern liegt, spiegelt sein Erleben vieles wider, was mich ebenfalls beschäftigt.

Sein Dolmetscher erläutert: „Der Meister kennt Sie und jeden seiner Schüler besser, als wir uns selbst kennen. Er liest in den Seelen seiner Schüler mehr als sie wahrhaben möchten.“

Ja, so erlebe ich es mit meinem Trainer CC. Hätte er (den ich in Gedanken öfter „sensei“ nenne, aus Wertschätzung und Dankbarkeit heraus) mir nicht Vieles scheinbar abseits des bloßen Schießens nahegebracht, wäre ich heute nicht da, wo ich heute bin. Und ich bin wirklich nicht der Typ, der geduldig auf etwas wartet oder etwas geschehen lässt. 😉
Aber ich habe meinen Weg erst begonnen, erkenne das Eine oder Andere (was nicht heißt, das ich es umsetzen kann!),  und möchte noch viel mehr lernen!

Die-nackte-Wahrheit
Foto: Urheber unbekannt, Quelle: Facebook

Herrigel zitiert seinen Meister: „Je hartnäckiger Sie dabei bleiben, das Abschießen des Pfeils erlernen zu wollen, damit Sie das Ziel sicher treffen, umso weniger wird das eine gelingen, umso ferner das andere rücken. Es steht Ihnen im Wege, dass Sie einen viel zu willigen Willen haben. Was sie nicht tun, das, meinen Sie, geschehe nicht. … Sie müssen das rechte Warten lernen. Indem Sie loskommen von sich selbst, so entschieden sich selbst und all das Ihre hinter sich lassen, dass von Ihnen nichts anderes mehr übrig bleibt als das absichtslose Gespanntsein.“

Ich habe zwar das gesamte Buch gelesen, aber auf meinem eigenen Weg arbeite ich gerade an bestimmten Themen. Daher stelle ich alles Weitere zurück und habe ich mir Haft-Marker an diese Stellen gesteckt und lese sie öfter.

Ein sehr wertvolles Buch für Bogenschützen, auch wenn man nicht den „östlichen“ Weg des Kyudo beschreiten möchte!

Ein Kommentar

  1. Pingback: Zen im Weg des Bogens | 3D-Bogensport

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