Ein Bogen für alles

Letztlich kann man mit jeder Bogenklasse alle Disziplinen schießen! Auch mit dem Langbogen kann man sich an der 70 m-FITA-Scheibe versuchen und mit dem Compound beim Clout-Schießen. Aber ob das wirklich stimmig ist und „funktioniert“?😉
Das entscheidet jeder Schütze für sich allein, sofern er nicht nach einem Reglement schießen muss.

Mit dem Blankbogen habe ich nun bereits Verschiedenes ausprobiert: Üben an der Scheibe auf verschiedene Distanzen, 3D, und seit Mittwoch ist in Schiefbahn wieder Hallentraining. Da der Blankbogen ein ganz normaler Recurve ist, den man eben mit System statt intuitiv schießt, kann man damit im Prinzip alle Disziplinen bestreiten.

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Aber es ist auf jeden Fall viel Arbeit! Die 40 cm-Auflage für den Blankbogen im Hallenwettbewerb sieht auf 18 m nicht nur winzig klein aus, sondern ist für mich schwerer  zu schießen als ein 3D-Tier! Da ich rechts mit meinem schwachen Auge ziele, sehe ich sowohl Pfeilspitze als auch Ziel leicht verschwommen. Und in dem etwas trüben Hallenlicht ist das wirklich eine Challenge! Beim Compound habe ich beispielsweise die geschliffene Scope-Linse, die mir das Ziel optisch heranholt. Und den Scope-Pin sehe ich scharf. Mit dem Blankbogen rühre ich da gewissermaßen noch in der Suppe. Aber auch das ist wohl Übungssache.

Jede Bogenklasse hat ihre Herausforderungen. Beispiel:

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10 m Technik Training

Erster Pfeil ganz rechts: Lösefehler. Ich hatte die Sehne nicht auf den Fingerkuppen, sondern im ersten Fingergelenk. Beim Release „hängt“ die Sehne am Tab und der Pfeil verzieht.
Zweiter Pfeil von rechts: schludriger Anker, zu schnell geschossen.
Der Rest: so kann es aussehen, wenn man den gesamten Schussablauf achtsam durchgeht. Dazu muss man sich gut konzentrieren und Zeit lassen. Fühlen!
Gegebenenfalls korrigieren. Und natürlich korrekt abgreifen, egal ob auf bekannten oder geschätzten unbekannten Entfernungen.

Haben die Pfeile Linksdrall, liegt es entweder daran, dass der Druckpunkt der Bogenhand nicht sitzt, oder ich nicht sauber in der Linie stehe.

Damit hat man also eine Menge zu tun! Es strengt an – und macht trotzdem Spaß! Denn man kann die Konsequenz jedes Schusses sofort sehen.
Aber ich muss aufpassen, dass ich mir genug Zeit fürs Ankern lasse. Beim Hallentraining am Freitag war das überdeutlich. Ich fange nämlich schon wieder an zu schludern, wie ich es vom Intuitivbogen kenne. Also muss ich (wieder) daran arbeiten, mir die Zeit zu lassen, ordentlich zu ankern, die Pfeilspitze ruhig ins Ziel zu bringen und zu halten, bei mir zu bleiben und dann sauber zu lösen …

Das ist mir dann am Sonntag wieder besser gelungen! Freitag und Samstag war ich nicht gut drauf, hatte in meiner derzeitigen Abschieds-/Trauersituation (wieder) Selbstzweifel, war innerlich unruhig und angespannt … Am Sonntag habe ich während eines Seminars bestimmte Mischungen ätherischer Öle zu diesen Themen kennen gelernt, sie ausprobiert und mir dann gesagt, dass ich ja sauber schießen kann, schließlich hatte ich mir das doch bereits bewiesen. Mit diesen Gedanken bin ich dann zum Platz gefahren. Und konnte den Schuss mit jeder Passe besser aufbauen, was ich sehr gut fühlen konnte und sich dann nach und nach immer mehr im Trefferbild gezeigt hat. Mehrere Passen waren richtig toll!