Bastelarbeiten …

Schon lange wollte ich mich näher mit der Compound-Technik beschäftigen, ohne mein eigenes Set-Up zu „zerstören“. Leider gibt es nur selten Möglichkeiten, das Ausrüsten eines Bogens unter fachkundiger Anleitung zu lernen.

Dakota-Bogensport hat nun einen der wenigen Workshops angeboten, die es auf diesem Gebiet gibt. Ursprünglich als reiner Damen-Kurs geplant, durften aber zwei Kollegen mitarbeiten, weil sonst der Kurs die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht hätte. Mich wundert schon lange, warum nicht mehr Compound-Schützen solche Lehrgänge belegen bzw. nicht öfter Tuning-Kurse angeboten werden. Mag sein, dass sich viele auf den Händler oder die Vereinskollegen verlassen – oder einfach selbst drauflos schrauben. Ich lasse mir diese Dinge lieber erstmal beibringen, bevor ich alleine Hand anlege. 😉

„Pit“ Jöcker hat für jeden einen sog. „Einsteigerbogen“ bereitgelegt, gewissermaßen frisch aus dem Karton. Jeder durfte sich nun voranarbeiten: die jeweiligen Schritte wurden uns gezeigt, dann haben wir am jeweiligen Bogen gearbeitet. Zuggewicht runter drehen, Tiller prüfen und ggf. einstellen, Nockpunkte setzen, Pfeilauflage montieren, Peepsight einbauen und einbinden (dazu mit der Bogenpresse arbeiten), D-Loop knüpfen. Leider lief uns die Zeit ein wenig davon, daher konnten die weiteren Schritte nicht mehr von jedem selbst erarbeitet werden. Während manche ihre eigenen Bögen checkten, nutzte ich die Möglichkeit den „Kinetic Rave“ weiter auszurüsten. Die Pfeilauflage einrichten, das Visier mit Scope zusammen-, anbauen und einstellen (über eine Wasserwaage am Checker und eine an der Unterseite des Visiers), die Auszugslänge einstellen – dann konnte ich die ersten Pfeile fliegen lassen. Auch ohne Stabi (denn dafür fehlte die Zeit) ließ sich der Bogen sauber schießen. Das Peepsight saß sehr gut, aber wir haben natürlich auch Tipps bekommen, wenn es sich nicht gerade ausrichten sollte. Außerdem haben wir noch über die Synchronisation der Cams gesprochen und gesehen, wie man Cam Lean über das Eindrehen eines Kabels begradigt.

Der preisgünstige Kinetic ist als Einsteiger- und Vereinsbogen gut geeignet, weil er eine hohe Bandbreite an Auszug und Zuggewicht hat, zumal sich der Auszug auch ohne Bogenpresse einstellen lässt. Es gibt ihn auch als RTS-System (ready to shoot). Der Bogen ist ordentlich verarbeitet.
Das preisgünstige Decut-Visier hat nicht wirklich überzeugt, da die Verarbeitung doch deutlich zu wünschen übrig lässt. Ohne Bohrmaschine und Gewindeschneider tut man sich sehr schwer, das Scope sauber einzuschrauben. Bei Aluminium gilt die Devise „nach fest kommt ab“! Für den Einsteigerbereich dürfte es ausreichend sein, wenn man es sauber zusammen gebaut bekommt.

Der Workshop hat sehr viel Spaß gemacht!
Eine Stunde mehr (also fünf statt vier) hätte sicherlich allen ermöglicht, den Bogen komplett fertig zu stellen und noch etwas tiefer in die Materie einzusteigen. Da es für „Dakota“ aber der erste Kurs dieser Art war, wird dies bestimmt bei einer Wiederholung mit berücksichtigt. Getränke und Kekse sorgten für zwischenzeitliche Stärkung.
Die von uns aufgebauten Bögen werden für Kurse verwendet oder gehen in das Verleihprogramm – so ergibt sich ein Synergieeffekt, denn nur ein Händler kann eine gewisse Anzahl Bögen für solche Kurse zur Verfügung stellen.
Die 160 km nach Bad Bentheim bin ich gerne gefahren, denn ich habe viel gelernt und fühle mich nun nicht mehr so unbeholfen mit meinem eigenen Bogen. Vielen Dank, Pit und Christine, für diese Möglichkeit!