„Trainer 1“ im DFBV

Zwei Monate Lernen haben zu einem Abschluss geführt: alle sieben Teilnehmer aus der „Region Mitte“ des DFBV haben den „Trainer 1“-Lehrgang in Altenkirchen erfolgreich absolviert! Für mich war es die logische Fortsetzung zum Bogensportleiter-Lehrgang, da ich gerne die „Faszination Bogenschießen“ weitergeben möchte.

Im November haben wir mit einem Ausbildungswochenende begonnen, danach hieß es fleißig lesen und die Unterlagen durchgehen, und schließlich hat jeder von uns zwei (oder besser drei) Hausaufgaben bekommen, die wir zu bearbeiten hatten.
Denn es galt nicht nur, aus der Literatur zwei Aufgaben zu bearbeiten, sondern unser Schießstil wurde überprüft, und es wurde erwartet, dass wir die Beurteilung umsetzen und uns in unserem Ablauf verbessern. Für mich hieß das unter anderem, „back to basics“ zum parallelen Stand zurück zu kehren, weil ich damit stabil stehe und mich auf den „oberen“ Bereich konzentrieren kann.

Die meisten von uns haben ihre Hausaufgaben in Form einer Präsentation erstellt. Denn natürlich sollten wir nicht nur etwas erarbeiten, sondern unsere Erkenntnisse auch vorstellen. Das ist sinnvoll, da wir ja mit Schülern/Anfängern/Gruppen arbeiten – und dazu gehört natürlich, sich vor ein „Rudel“ zu stellen und ein Thema darzustellen.

Meine Themen waren zum Einen die Darstellung eines Kapitels aus den Schulungsunterlagen, zum Anderen eine Ausarbeitung zum Thema Transfer/Expansion. Just das Thema, an dem ich in meinem eigenen Schussablauf intensiv arbeite. 😉
Zum Glück hatte ich dazu in verschiedenen Büchern schon einiges gelesen und mir Schulungsvideos im Intenet angesehen, so fiel mir die Zusammenstellung relativ leicht. Aber natürlich galt es auch, das im eigenen Schießen und an Probanten darzustellen, also habe ich speziell daran geübt. Und da ich kein Problem damit habe, vor Anderen zu sprechen (ich halte ja selbst Seminare, wenn auch mit gänzlich anderem Inhalt), konnte ich mein Thema gut präsentieren und mich der Herausforderung stellen.

Auch meine Kollegen hatten sich entsprechend gut vorbereitet, und besonders interessant waren die Diskussionen und Anregungen, die wir gegenseitig und mit unseren Ausbildern Ulrike und Martin Koini hatten. Dazu haben die beiden (und am ersten Wochenende zusätzlich Peter Lange, Feld-Bundestrainer DSB, als weiterer Ausbilder) „aus dem Nähkästchen geplaudert“ und uns so manche wertvolle Tipps mit auf den Weg gegeben.

Zwei Kritikpunkte habe ich trotz der tollen Zeit: die chaotische Terminplanung und die etwas unachtsam zusammen gestellten Unterlagen. Übersetzungs- und Rechtschreibprogrammen sollte man einfach nicht blind vertrauen, und wir hatten den Eindruck, dass ein Teil der Schulungsunterlagen fehlte. Ab und zu haderten wir auch mit den Begrifflichkeiten. Natürlich muss man bedenken, dass alle im DFBV ehrenamtlich arbeiten. Da geht sicher manches unter, vor allem, wenn das gesamte Material auch noch übersetzt werden muss. Trotzdem hoffe ich mal, dass es irgendwann überarbeitete und vollständige Unterlagen gibt. 😉

Und ich hätte mir mehr Unterrichtszeit gewünscht (ein drittes Wochenende?), weil wir viele Punkte nicht zusammen erarbeiten konnten.

Es war der (vorläufige) Abschluss einer spannenden und sehr lehrreichen Zeit! Denn wir haben nicht nur das Lehren, sondern vor allem das Lernen gelernt – an uns selbst.
Die Ausbildung ist also für mich ein Schritt der weiteren eigenen Entwicklung als Bogenschützin – wovon andere profitieren, die sich auf den Weg zum Bogenschützen machen.
Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen zu teilen! Und möchte weiter lernen!

Herzlichen Dank unseren engagierten Ausbildern von DFBV und DSB!

Als Martin mir die Urkunde in die Hand drückte, dachte ich bei mir : „… und ich weiß doch gar nichts.“ Darüber habe ich die ganze Rückfahrt nachgedacht. „Nichts“ ist vielleicht zuviel gesagt, aber es gibt so vieles, von dem ich noch keine Ahnung habe …
Ich werde also auch beim Lehren lernen!

Mein Trainer hat mir darum mitgegeben:
„Umso mehr man lernt, desto unwissender wird man …
Ein Schritt nach dem anderen. Es ist schwer zu begreifen, dass Wissen Unwissenheit ist —– es wird erst zu Wissen, wenn man es anwenden kann; und das übt man ewig, da gibt es kein Ende.“

Das wird mir mehr und mehr bewusst … und ich möchte diesen Weg weiter gehen!