Therapeutisches Bogenschießen

von Karl-Heinz Schäfer
ISBN 978-497-02512-1

Als psychologischer Psychotherapeut ist der Autor in einer Fachklinik tätig und setzt das Bogenschießen als Hilfsmittel in der Therapie ein.
Zunächst erläutert er, wie er das Bogenschießen lehrt, nämlich durch Vermittlung der Basistechnik und der Verfeinerung der Technik in einem dreiteiligen (Anfänger-)Kurs.
Schäfer stellt die Aspekte dar, die beim intuitiven Schießen eine Rolle spielen:
den Prozess und Schussablauf als solchen, Achtsamkeit, Intuition, Ruhe, Wahrnehmung/Fühlen. Im Prinzip entspricht es einem klassischen Anfängerkurs, nur dass er jegliche „sportliche“ Komponente vermeidet. Der Autor legt mehr Wert auf das Erleben an sich.

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Karl-Heinz Schäfer: Therapeutisches Bogenschießen

Danach geht es in den therapeutischen Bereich. Hier sind zwei Themen wichtig:
– Bogenschießen als Ressource: der Patient hat erste Erfahrungen mit Pfeil und Bogen gesammelt und kann diese Erfahrung in seinen Alltag übernehmen. zum Stressabbau, als neues Hobby, um zur Ruhe zu kommen …
– als Spiegel der Seele: das ist dann der „echte“ psychotherapeutische Nutzen, in dem einzelne Phasen im Schussablauf dem Patienten eine Rückmeldung geben. Zusammen mit dem Therapeuten können Lebensthemen zur Sprache kommen und Lösungsansätze erarbeitet werden.
Fallbeispiele runden diesen Teil ab.

Das Buch ist vornehmlich für Psychotherapeuten gedacht, die das Bogenschießen in ihre Arbeit einbeziehen wollen.
Meines Erachtens ist es aber auch für Trainer geeignet, um ihre Schüler besser kennen zu lernen und Übungen zur Entspannung, Wahrnehmung und zum flüssigen Schussablauf zu entwickeln. Das Buch kann auch Hinweise geben, wenn es zu „Brüchen“ im Schussablauf kommt, beispielsweise wenn das Zielen in den Vordergrund rückt. Natürlich ersetzt das Buch keinesfalls eine fundierte Ausbildung in (Sport-)Psychologie!

„Therapeutisches Bogenschießen“ gibt einen guten Überblick über den Nutzen des Bogenschießens in der Psychotherapie. Allerdings finde ich schade, wie vehement der Autor das Bogenschießen als „Sport“ ablehnt – weil es dabei angeblich auf der Treffen und nicht auf das Erlebnis ankomme …
Vielleicht hat Karl-Heinz Schäfer keine Erfahrung mit dem „Bogensport“. Denn dann wüsste er, dass Hobby- und auch Leistungsschützen genau die gleichen Themen umtreiben:
Wahrnehmung, Fühlen des Schusses, das Bei-sich-bleiben, Konzentration und Fokus, Ausblenden des Verstandes … Wie sagte unser Trainer CC: „der Pfeil ist im Ziel und weiß nicht, wie er da hin gekommen ist.“

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