ultra short distance

Sehr kurze Entfernungen waren mir mit dem Compound bislang ein Graus. Ab 10 m ist alles gut! Ich stelle fest, dass mir die weiteren Entfernungen immer weniger Probleme machen. War die 30 m-Scheibe letzten Herbst noch eine echte Herausforderung, kann ich inzwischen auch auf die 50 m einigermaßen „geradeaus“ schießen und manchmal sogar schon gruppieren. Auch Schüsse bis 70 gehe ich bei bekannten Entfernungen locker an (zumindest an der Scheibe) – darüber hinaus wird es schwierig, da meine Visierskala nicht mehr als 70 m hergibt. 😉

Aber das „Wiesel“ bei der Krefelder Pirsch hat mir gezeigt, dass ich mich auch den ultra-kurzen Entfernungen stellen muss, wenn ich mich bei Turnieren verbessern möchte. Meine Furcht kann ich gar nicht genau beschreiben, aber die Wucht des Compound mit einer nicht bestimmbaren Flugbahn des Pfeils ließ mich befürchten, Mondschüsse, Abpraller oder Schlimmeres zu produzieren.

Schon vor längerer Zeit hörte oder las ich, dass bei sehr kurzen Entfernungen mit hohen Visiereinstellungen geschossen werden muss. Physikalisch/optisch ist mir der Grund noch nicht restlos klar. Horst Reindl erklärt dies mit dem Parallaxeneffekt, das werde ich mir in einer stillen Stunde genauer zu Gemüte führen. Aber wichtig ist ja sowieso die Praxis! Wenn es diesen Effekt gibt, muss ich ihn eben üben!

Also habe ich mich gestern an die Scheibe gestellt: 5 m. Zielpunkt war der Fetzen eines Luftballons.

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Visiereinstellungen zwischen 30 und 60 m

Wie man sieht, sind alle Pfeile zu hoch. Und tatsächlich trat der Umkehreffekt ein, dass je nach Visiereinstellung die Pfeile nach „oben“ oder „unten“ wanderten. Aber dem Fetzen kam ich nicht näher als bei der 30 m-Einstellung. Leider konnte ich die Abstände dann auch nicht mehr bis ins Detail auseinander halten, da die Flug- und Vibrationszeit so kurz war.

Nächste Passe:

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Visiereinstellungen zwischen 15 und 35 m

Aha, die 20 m-Einstellung scheint bei einer Entfernung von 5 m zu passen!

Verifikation:

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Passt! 😉

Mit meinem individuellen Setup muss ich also bei einer Entfernung von 5 m das Visier auf 20 m einstellen.

Nun wollte ich es wissen: was ist bei 3 m Abstand?

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bei 3 m Entfernung muss ich das Visier auf etwa knapp 25 m einstellen!

Eine spannende Übung!

Im Parcours habe ich das später bei den kleinen Zielen geübt und festgestellt, dass dies bei horizontalen Schüssen sehr gut funktioniert. Bei Steilschüssen herrschen dann wieder andere Gesetze … 😉

Außerdem konnte ich heute sehr gut „Windeinfluss“ üben. Wir hatten in Wuppertal teilweise starke Böen, und die Windrichtung drehte immer wieder. Hatte man sich auf Windstärke und -richtung eingestellt, gab es auch mal Flaute … An der 30 m-Scheibe konnte ich die Auswirkungen erkennen, das war sehr interessant … und teilweise frustrierend. 🙂

Für die körperliche Kondition habe ich wieder viele 6er-Passen geschossen. Das geht so lange gut, bis die Bogenschulter hochkommt … Dann muss ich die Zahl der Pfeile pro Passe reduzieren, um mir meine Technik nicht zu „versauen“. Zum Glück verschiebt sich diese „Grenze“ immer mehr zum Positiven. Bei 3D habe ich den Vorteil, dass durch die Wanderung im Parcours ein Erholungseffekt für meine Oberkörpermuskulatur entsteht. Beim nächsten Ziel bin ich wieder „frisch“, die 32 Stationen in Krefeld waren konditionell daher kein Problem (mehr).

Nach diesen Übungen bin ich mit Sascha noch in den Parcours gegangen. Mir gut bekannte Ziele konnte ich schön ansprechen. Aber am letzten Ziel, einem Steinbock, habe ich mir offensichtlich die falsche Entfernung gemerkt: ich war immer zu tief. Tatsächlich kann man auf diese Weise sogar im heimischen Parcours einen Pfeil verlieren (er hat sich offensichtlich so gut ins Erdreich gebohrt, dass ich ihn sogar mit dem Kratzer nicht mehr gefunden habe). Erst als ich das Visier auf 55 m korrigiert habe, landete der Pfeil endlich da, wo er hin sollte … 😉 Merke: ich muss auch im heimischen Parcours öfter die Entfernungen variieren, damit ich „unbekannte“ Entfernungen üben kann und mich nicht auf mein Gedächtnis verlasse!

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Ein wunderschöner warmer „sommerlicher“ Tag im Vereinsgelände mit Kaffee trinken, die mitgebrachten Brotzeiten teilen, netten Gesprächen, hervorragender Laune, dem guten Austausch über Messer (denn ich konnte mir mehrere Modelle ansehen und sie vor allem in die Hand nehmen!), T-Shirt-Wetter und lehrreichen Übungen … sieben Stunden vergingen wie im Fluge!

Bogenschießen ist einfach wunderschön und immer wieder spannend! Ich bin so froh, dass ich diesen schönen Sport für mich entdeckt habe!

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