DFBV DM Halle 2016

Zum Abschluss meiner Hallensaison konnte ich noch an der Hallen-DM des DFBV teilnehmen, nachdem ich zwei andere Hallenturniere leider aus gesundheitlichen Gründen canceln musste.

Das Wichtigste war mir zu prüfen, ob mein Zugarm die Belastung mitmacht. Denn ich durfte ja erst vor zehn Tagen wieder mit dem Schießen beginnen. Nach dreieinhalb Wochen Pause habe ich es sehr langsam angehen lassen. Am ersten Tag lediglich 10 Pfeile geschossen, zwei Tage später 20, dann 30 und wieder mal zurück auf 20 … Bis vorgestern hatte ich mich immerhin auf 40 Pfeile „hochgearbeitet“. Nun an zwei Tagen jeweils 60? Das ist natürlich ein Sprung! Aber durch die abwechselnden Passen und die Pause gab es genügend Erholungsphasen. Der Sehnenansatz im Ellenbogen hat sich gar nicht beschwert, und der Bizeps-Sehnenansatz nicht wesentlich. Natürlich habe ich beide Stellen auch wieder schön gepflegt. 😉 Daher freue ich mich sehr darüber, nun mein Trainingspensum nach und nach weiter steigern zu können!

5er-spot

DFBV/IFAA 5er Spot

Am ersten Tag war ich mit meinem Ergebnis zufrieden, weil es mir gelungen ist, sehr oft meinen Schussablauf ruhig und konzentriert zu erarbeiten.
Meinen angestrebten Schnitt von mindestens 250 Ringen habe ich gehalten, obwohl ich mindestens 20 Punkte habe liegen lassen: zwei Pfeile habe ich in den „falschen“ Spot gesetzt, weil ich mich habe irritieren habe lassen und nicht mit dem Fernglas kontrolliert habe (ich hatte daher jeweils zwei Pfeile im selben Spot). Drei Pfeile habe ich verzogen, weil ich zu spät korrigieren wollte. O.k., Lehrgeld …
Dafür hatte ich teilweise sehr schöne Passen und immerhin 14 „X-e“ dabei! Am besten waren die Schüsse, bei denen ich das Visier in den Spot gehalten und mich dann nur noch auf meine Linie,  Transfer und Expansion konzentriert habe.

Wir Compoundmädels waren eine sehr nette Truppe, da machte es gleich nochmal so viel Spaß! Und natürlich habe ich verschiedene Leute „getroffen“, die ich von Turnieren, vom Training, Bogensportleiter- oder Trainer-Lehrgang kannte. Facebook-Freunde real zu treffen, ist ebenfalls immer schön.

Das Scheibenmaterial war leider „unschön“ … Zunächst war ich ja froh, dass es kein Stramit war. Aber die Pfeile ließen sich trotzdem sehr schlecht ziehen. Bei nicht eingeölten Pfeilen zog man Material mit heraus. Präparierte Pfeile ließen sich genauso schwer ziehen, immerhin ohne „Brösel“… Außerdem kam es bei schwächeren Bögen als den Compounds immer wieder zu Abprallern oder Herausfallen von Pfeilen!
Wie mir mehrere Schützen unabhängig voneinander bestätigten, waren diese Scheiben bereits bei der „DM Feld & Jagd“ bemängelt worden! Trotzdem hat man für die Halle die gleichen Scheiben gekauft. Angeblich hatte der Hersteller nachgebessert – davon konnte man aber nichts bemerken, zumal auch die Streben nicht besonders standfest waren. Der Hersteller hatte die Streben außerdem zu lang geschnitten, so dass die Auflagen am ersten Tag etwa 10 cm zu hoch hingen, um auf die Wechselmitten zu passen. Dies erschwerte das Ziehen der Pfeile zusätzlich, besonders für die etwas kleiner gewachsenen Menschen. Also behalfen wir uns mit Steppern, Höckerchen und großen Kollegen … 🙂

Tag 2 – die Scheiben waren um 180° gedreht. Besser gingen die Pfeile trotzdem nicht raus. Diesmal ist sogar eine meiner Spitzen unwiederbringlich stecken geblieben, das hält der beste Heißkleber nicht aus …

Leider „lief“ es nicht. Natürlich könnte ich mich rausreden, dass ich körperlich vielleicht doch mehr belastet war als ich dachte. Denn im Regelfall bin ich am zweiten Tag immer besser als am ersten. Diesmal nicht. Was einfach nicht sein darf: sechs „Fahrkarten“! Als Compounder kann man sich mit so vielen „M“ wirklich nicht blicken lassen. Und diesmal lag es in keinem einzigen Fall am Verwechseln der Spots (was ärgerlich genug wäre), sondern ich habe im Lösevorgang verzogen. Fokus zuviel auf dem Spot und nicht bei mir … 😦 Die Vollscheibe hätte vielleicht lediglich drei bis fünf Punkte mehr gebracht, aber das ändert ja nichts an meinem Grundproblem.
Im Endergebnis habe ich mit 503 Ringen nun wieder das „Niveau“ der Kreismeisterschaft, immerhin. Schön ist anders – und es macht mir bewusst, dass ich immer noch Anfängerin bin, egal was ich meine gelernt zu haben!

Eine merkwürdige Situation heute:
der erste Pfeil meiner Passe verfehlte den mittleren Spot. Allerdings habe ich ihn selbst mit Fernglas nicht gesehen, vermutlich ragte die schwarze Vane über den schwarzen Ring eines Spots. Egal, weiter gings’s. Beim Entnehmen der Pfeile aus dem Köcher taste ich immer, wie viele ich noch habe, um mich nicht zu verzählen. Ich erschrak: hatte ich tatsächlich schon fünf Pfeile geschossen? Denn es war nur noch einer im Köcher, und ich hatte doch immer sechs darin! Fernglas gezückt, aber irgendwie nicht die Ruhe gefunden, alle Pfeile durchzuzählen. Und doch, im fünften Spot meiner Reihenfolge steckte keiner! Oder hatte ich den ebenfalls versemmelt? Ratlos guckte ich meine Kolleginnen an. Von der Tribüne kam, ich hätte bereits fünf geschossen! Wie jetzt??? Meine Kolleginnen und auch die Richter/Helfer guckten nun nochmal genauer und auch ich nahm das Fernglas. Im fünften Spot definitiv kein Pfeil! Würde ich insgesamt sechs Pfeile schießen, würde die gesamte Passe nicht gewertet …
Die Uhr lief unerbittlich, die Ampel sprang auf Gelb!
Was mache ich nur???
Immer noch nicht sicher ließ ich mich dann aber überreden und schoss den letzten Pfeil – und der landete gewissermaßen in der letzten Sekunde der vier Minuten … im X!

Erst nach dem Ende des kompletten Durchgangs konnte ich überlegen, was passiert war. In der Passe zuvor war die Spitze eines Pfeils in der Scheibe geblieben. Diesen Pfeil hatte ich beiseite gelegt – und war mir sicher gewesen, Ersatz aus der Röhre entnommen zu haben, um wieder sechs im Köcher zu haben. Das hatte ich aber wohl nur gedacht und nicht getan … Lehrgeld! Zukünftig nur fünf Pfeile in den Köcher und die Ersatzpfeile in Reichweite legen.
Sehr froh bin ich, dass ich trotz der knappen Zeit am Schluss dieser Passe nicht hektisch wurde. „Es ist wie es ist“, die Uhr ignoriert und den Schuss konzentriert aufgebaut in meinem gewohnten Rhythmus.

Obwohl es für mich nicht „lief“, war es ein schöner Tag! Am zweiten Tag eines Turniers kennt man sich ja schon ein wenig, und da wir Compoundmädels am Rand des Teilnehmerfeldes standen, haben wir uns zwischendurch auch mit den Richtern und Helfern unterhalten. Bei uns „in der Ecke“ war die Stimmung gut, egal wo die Pfeile steckten.

Der CdB Marl war ein toller Gastgeber. Die Verpflegung ließ keine Wünsche offen, und den Ablauf in der Halle der Willy-Brandt-Schule haben sie super organisiert. Vielen Dank dafür!

Das Turnier hat Spaß gemacht, da kommt man gerne wieder! Denn Turniere üben kann man nun mal nur beim Turnier! Und die nächste Hallensaison kommt bestimmt … 😉

4 Kommentare

  1. Das Zielen ist „mein“ Thema … Im Training gelingt es mir immer besser, mich auf meinen Schussablauf zu konzentrieren, daher ist das Verreißen deutlich seltener geworden! In meinem Blog habe ja bereits darüber geschrieben (Schlagwort „Target Panic“). Und in diesem Lernprozess (neben vielen anderen!) befinde ich mich. Den Spaß am Bogenschießen lasse ich mir davon nicht nehmen!
    Folgenden Artikel habe ich gefunden: das Zielen als hochkomplexer Vorgang.
    http://www.bow-international.com/uncategorized/aiming-and-attention/

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  2. Zwei weitere Videos zur Hallen-DM:

    Liken

  3. Pingback: Endlich wieder draußen! | 3D-Bogensport
  4. Pingback: DFBV DM Halle 2017 | 3D-Bogensport

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