I’ll be back …

Da ich Compound schieße, habe ich vom HNO-Arzt bereits das „go“ bekommen. Als Recurve-Schützin hätte ich noch etwas länger aussetzen müssen … So habe ich gestern die ersten Pfeile nach der medizinisch bedingten Zwangspause durch die Nasennebenhöhlen-Operation fliegen lassen.

Natürlich in Abstimmung mit dem Sportmediziner! Denn der „Tennisarm“ besteht ja leider weiterhin, auch wenn der Schmerz schon seit einigen Wochen etwas nachgelassen bzw. sich in das gesamte Arm-System verteilt hat; und ich beispielsweise deutlich besser greifen kann als noch vor zwei Monaten. Durch die Schonung hat sich nichts verbessert, aber für den Arzt ist dies nicht ungewöhnlich: „Es braucht einfach seine Zeit“. Er meinte, ich solle moderat wieder mit dem Training beginnen. Außerdem habe ich am 07.03. die erste von drei Stoßwellenbehandlungen erhalten. Die Stoßwellen haben mir bereits sehr gut getan, ich konnte noch am selben Tag den Arm wieder schmerzfrei strecken! Die Dehnübungen soll ich natürlich weiterhin machen. Einmassieren von Tiger Balm (weiß) oder Eis direkt nach der Belastung unterstützt den Heilprozess ebenfalls.
Achtung: diese Zeilen ersetzen keine Beratung durch einen Arzt!

Um allem Rechnung zu tragen, habe ich gestern in Schiefbahn (lediglich) zehn Pfeile geschossen. Zehn Passen á ein Pfeil!
An meiner Technik musste ich viel korrigieren. Obwohl ich mit dem Release-Trainer und dem Theraband geübt habe, ist es doch ein Unterschied, wieder mit dem Bogen zu arbeiten. Die locker-lange Zughand ist also weiterhin eine große Aufgabe für mich.

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mein erster Pfeil nach der Zwangspause 😉

Meine Befürchtung, die Muskulatur stark abzubauen, hat sich zum Glück nicht oder nur wenig bewahrheitet. Sobald es ging, habe ich mit Spazierengehen und sanfter Gymnastik begonnen (beispielsweise mit dem Balance Board/Wackelbrett) und später unter anderem Nordic Walking gemacht. Außerdem habe ich mir meinen Schussablauf vorgestellt/visualisiert („Kopfkino“).

Zu diesem Kopfkino gibt es sogar wissenschaftliche Studien. Man kann dadurch nicht nur Muskelabbau verhindern, sondern die Muskulatur erhalten und in gewissem Rahmen sogar aufbauen (so üben beispielsweise auch Astronauten):
„Gedanken lassen die Muskeln wachsen“
„Visualisierung“
Natürlich bin ich in diesen Techniken längst nicht so versiert wie ein Leistungssportler. Aber ich meine einen Effekt zu verspüren: ich habe heute keinen Muskelkater! Gestern beim Zubettgehen habe ich gespürt, dass die Rückenmuskeln etwas „getan“ haben, aber offensichtlich war es keine Überlastung. Und auch der Zugarm hat „mitgemacht“, es gibt keinen Unterschied in Schmerz und Beweglichkeit zu der Situation vor dem Training. Also werde ich nach und nach die Pfeilanzahl steigern: am Freitag 20 und dann weiter sehen. Ich muss einfach gut auf meinen Körper achten.

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Larry Wise: „Core Archery“

Das Indoor-3D-Turnier der Eifel Bowhunter am Wochenende musste ich natürlich absagen. 58 Pfeile ohne nennenswerte Übung gehen einfach nicht, und eine Überlastung will ich unbedingt vermeiden!
Gerne möchte ich am 19.-20.03. zur DFBV Hallen-DM in Marl, aber das wird davon abhängen, ob ich bis dahin in der Lage bin, 60 Pfeile ohne gesundheitliche Rückschritte zu schießen. Man wird sehen …

Jedenfalls bin ich sehr froh und dankbar, dass ich endlich wieder schießen kann und darf!

4 Kommentare

  1. Ronny · März 27, 2016

    Das ist sehr interessant. Also durch Kopfkino die Muskeln wachsen lassen oder zumindest zu erhalten. Nennt man das nicht Imagination?

    Ich bin sicher, dass dies für viele Sportler mit Zwangspause wichtig ist. Ich bin aber auch überzeugt, dass es einen sanften Wiedereinstieg nicht ersetzt. Aber danke für den Hinweis.

    Liebe Grüße

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    • Hallo Ronny,
      der Fachbegriff im Mentaltraining ist „Visualisierung“. „Imagination“ (ein Begriff aus der Psychologie) geht weiter, weil du dir in der Phantasie auch Vorgänge und Dinge vorstellen kannst, die nicht existieren oder die du nicht erlernt/geübt hast.
      Wichtig ist die Vorstellung des konkreten Tuns! Und natürlich hast du recht: ein Wiedereinstieg muss mit Bedacht und Vorsicht geschehen. Ich bin auch noch nicht unter „Vollast“, steigere aber mein Pensum immer weiter. Viele Grüße! Andrea

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      • Ronny · März 27, 2016

        Hey, dann könnte Visualisierung mit darauffolgender Imagination doch noch größere Auswirkungen haben.
        Mit welcher Geschwindigkeit steigerst Du dein Pensum?

        LG

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      • Stimmt … 😀
        Das Pensum steigere ich nach Gefühl.Letzte Woche habe ich ja ein Hallenturnier geschossen, 60 Pfeile pro Tag. Das war zwar anstrengend, aber es ging. Zumal ich mir die Option offen gehalten habe, jederzeit abzubrechen, wenn ich Schmerzen haben sollte. Ich möchte wieder dahin kommen, dass ich pro Trainingseinheit wieder problemlos bis 200 Pfeile schießen kann.Aber Qualität geht vor Quantität, und die Zwangspause war daher auch gut für meine Technik. Denn wenn ich weniger schießen, gebe ich mir mehr Mühe. Auch in dieser Hinsicht habe ich also gelernt … 😉

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