Schrauben und Basteln …

Als Compoundschütze kommt man nicht umhin, sich mit der Bogentechnik zu befassen. Ist das System erstmal „fertig“, ist alles gut! Aber bis es erstmal fertig ist … 😉

Zu allererst hatte ich das 5-Pin-Visier auf Anraten meines Trainers gegen ein Scope getauscht. „Wenn man (auch im 3D-Bereich) etwas erreichen will, geht das nur mit einem Scope.“ Zum Glück durfte ich bei ArcTec meine Leih-Ausrüstung entsprechend ändern. Erst später stellte ich fest, dass ich im DFBV/in der IFAA so automatisch in die „Freestyle Unlimited“-Klasse muss, denn nur dort ist das Scope erlaubt. Nun ja … so schlimm ist das nicht, wie ich bei der Bowhunter-DM feststellen durfte! 🙂
Und auch im WA (FITA)-Bereich wird längst mit Scope geschossen.

Über ein Facebook-Inserat bin ich dann zu einem Sure-Loc Challenger 550-Visier mit Viper Scope gekommen. Das Scope ist eine Offenbarung und mit dem günstigen Leih-Cartel überhaupt nicht zu vergleichen – endlich sah ich scharf!
Allerdings war ich mit dem Sure-Loc nicht zufrieden. Gerade im 3D-Bereich muss man ja häufig zwischen den Entfernungen „switchen“, und dabei ist das Visier unkomfortabel: erst Knopf mehrere Runden aufdrehen, dann *ruckel-ruckel* die Achshöhe einstellen, dann wieder zudrehen und feineinstellen … in der Zeit könnte man schon längst den Schuss abgeben! Da war sogar das geliehene Visier von ArcTec einfacher einzustellen, allerdings hatte dies den Nachteil, nicht einhändig bedienbar zu sein.

Mein Trainer hat das sehr einfach zu bedienende Shibuya Ultima CBX an seinem Bogen. Er konnte es mir empfehlen, und hatte auch noch eins auf Lager.

Außerdem hat er mir geraten, ein Stabi-System anzuschaffen. Wie ich selbst festgestellt habe, ist ein Compound ziemlich „windanfällig“, und als 3D-Schütze muss man natürlich immer mit entsprechenden Witterungsbedingungen rechnen. Daher habe ich den Rat angenommen und etwas mehr investiert: jetzt habe ich SF Archery Elite Carbon-„Blades“. Durch ihre ovale Form setzen sie dem Wind weniger Widerstand entgegen.
Natürlich wird das System durch die Stabis schwerer, aber die Wirkung ist irre: man kann wirklich sehr ruhig im Spot stehen. Die Investition hat sich schon beim ersten Ausprobieren gelohnt. Auch wenn ich eigentlich nicht noch mehr durch den Wald schleppen wollte. Ich war aber mit dem kompletten System im Parcours, und es hat mich erstaunlicherweise kaum gestört. Man muss lediglich das Tragen des Bogens ändern, dann kann man auch mit einem langen Stabi prima durch den Wald stromern.

Am Samstag Abend habe ich mich daran gesetzt und wollte „mal schnell“ das Visier umbauen. Und stellte fest: mir fehlte für das Viper die Scope-Achse! Denn ich hatte ja alles fertig montiert gekauft. *seufz*
„Mal schnell“, das ist genau so wie „Mal schnell das Computerprogramm updaten“ oder ähnliche „Mal schnell“-Vorhaben … 😦
Zum Glück fand ich diese Art Schrauben als Ersatzteil im Internet. Durch die Versandkosten war das aber ein teurer Spaß … :-/

Am Dienstag wollte ich nun schrauben – doch das war gar nicht so einfach! Zumal ich eher die Frau fürs Grobe und definitiv nicht als Feinmechanikerin geboren bin (habe z.B. schon ein Hochbett gebaut und früher auch am Auto Reparaturen vorgenommen, aber so „fummelkram“ liegt mir nicht). Zumal ich von der Bogentechnik keine Ahnung habe und ständig befürchte, irgendwas kaputt zu machen … Im Zweifel heißt sowas bei einem Compound, nicht schießen zu können. Trainingskollege Andy musste einmal sechs Wochen auf ein kleines Kunststoff-Ersatzteil von Hoyt warten und konnte daher sechs Wochen nicht schießen! Für mich unvorstellbar!

DREI geschlagene Stunden habe ich gebraucht, bis das Scope stabil an der Achse und im Visierhalter saß! Und ob das jetzt so passt, werde ich erst am Freitag im Training erfahren. Aber wenigstens wackelt und verstellt sich nichts mehr. Und alles mit diesen feinen Gewinden, kleinen Schräubchen, zölligen Inbus etc.

Im Garten habe ich dann erstmal ein paar Schuss auf 10 m abgegeben. Genauer einschießen konnte ich nicht, weil der einsetzende Regen es unmöglich machte, die nassen Pfeile zu ziehen.
Aber ich habe festgestellt, dass ich das System wieder gerade richten konnte! Beim Sure-Loc hatte ich das Problem, dass sich das Scope nicht weit genug nach rechts verstellen ließ, ich musste also mit dem Verschieben der Pfeilauflage den Linksdrall meines Schussbildes ausgleichen. Dadurch sah alles ziemlich „schief“ aus.
Also wieder schrauben … 🙂

Im gestrigen Hallentraining habe ich die 10 m-Distanz dann nochmal geprüft und konnte dann auch schnell auf die 18 m wechseln. Jetzt passt alles, die Pfeile fliegen geradeaus!  😀
Allerdings muss ich irgendwann auch noch die weiteren Entfernungen neu einschießen …
Compound schießen ist so toll – aber die Schrauberei ist lästig …
Immerhin lernt man auch was dabei! 😉

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