Bogenspaß auf Burg Ludwigstein

Einmal im Jahr tauche ich für eine gute Woche ein in eine andere Welt: Magira!
In der Vereinigung „FOLLOW“ simulieren wir Reiche, Völker und Charaktere einer Fantasy-Welt.
Geschichten, Lieder, Gewandungen, künstlerische Darbietungen, sportliche Wettkämpfe … es ist für jeden etwas dabei und jeder kann seine Talente ausleben oder etwas Neues ausprobieren. Auch das traditionelle Bogenschießen nimmt dort Raum ein, auf dem jährlichen Fest der Fantasy haben wir ein kleines Turnier.

Dieses Jahr waren wir mit etwa 200 Teilnehmern neun Tage lang auf Burg Ludwigstein (Witzenhausen, Nordhessen) zu Gast. Wir hatten Bogensportleiter Oli samt Equipment eines Stuttgarter Schützenvereins dabei, so dass die Möglichkeit zum täglichen Üben und Trainieren gegeben war. Allerdings für mich nur eingeschränkt, da die dünnen Scheiben nicht für Compound geeignet waren. Zum Glück haben zwei Freunde und ich vor gut einem Jahr eine „mobile Scheibe“ gekauft, die auch stärkere Zuggewichte verträgt. Diese Scheibe war von Mönchengladbach mitgereist und ich stellte sie einfach zusätzlich auf den improvisierten Schießplatz.

Natürlich hatte ich alle Bögen mitgenommen, aber im Turnier durfte ich nur intuitiv schießen. So habe ich ein bisschen mit dem Langbogen geübt, aber ansonsten fast täglich mit dem Compound trainiert. Hauptsächlich an der Scheibe, aber ab und zu habe ich mich auch der 3D-Ziele angenommen. Allerdings konnten wir aufgrund der eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten nur auf die feste Entfernung von ca. 15 m üben.

Am Mittwoch traf sich eine kleine Gruppe, um den Mittelalterparcours auf Schloss Berlepsch zu besuchen, den ich bereits im Mai kennen gelernt habe. Hat Spaß gemacht (!), auch wenn meine Schießkarte leider viele „Nuller“ aufwies – das alte Problem beim intuitiven Schießen … Da ich den Parcours kannte, konnte ich die Gruppe „führen“: es war in den paar Monaten alles deutlich zugewachsen und manche Ziele waren kaum zu sehen. Ausgerechnet unser Bogenneuling Timo hat als einziger das Reh „erlegt“ und war sogar besser als sein „Trainer“ Oli. 😀

Mittelalterparcours Schloss Berlepsch

Mittelalterparcours Schloss Berlepsch

Dieser Ottter hat tatsächlich eine Killzone am A... :-D

Dieser Otter hat tatsächlich eine Killzone am A… 😀

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Turniermodus

Die Vorjahressieger dürfen den Turniermodus festlegen – und dafür ihren Titel nicht verteidigen. Die Siegerin und der Sieger können also erst wieder im darauffolgenden Jahr wieder selbst teilnehmen.

Dieses Jahr wurde eine kleine 3D-Runde geschossen. Der Ausrichter Carsten R. hatte dazu ein paar Tiere der Gruppen 3 und 4 dabei, außerdem hatte ich ein ruhendes Wildschwein mitgebracht.

Carsten versuchte etwas mehr Chancengleichheit in den Wettbewerb zu bekommen, in dem Bögen und Pfeile gestellt wurden! Normalerweise sind bei unserem Turnier alle traditionellen und visierlosen Bogenarten vertreten – je nach dem, was der Einzelne eben schießt. Diesmal schossen wir alle einen „klassischen“ Takedown-Recurve. Es waren mehrere Bögen in verschiedenen Zuggewichten von 18 bis 45 lbs vorhanden, zum Glück für mich auch ein linker mit 24 lbs-Wurfarmen.

Leider kam meine Target Panic wieder durch. „Posen“ kann ich aber, so dass dieses Foto „gestellt“ ist. Die völlig verspannte Zughand und deren Folgen (zu hoher Ellenbogen) sieht man trotzdem … immerhin blieben die Schultern unten! 😉

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Jeder Teilnehmer (Männer und Frauen haben getrennt geschossen) hatte 8 Pfeile zur Verfügung. Auf jedes Ziel durfte man so lange schießen, bis man getroffen hatte – oder die 8 Pfeile verbraucht waren. Hatte man das Kill getroffen, gab es einen Pfeil „Bonus“.
Immerhin habe ich meine Scheibenangst überwunden und mitgemacht!
Carsten hatte die Tiere schön in die Umgebung des Wäldchens eingefügt, so dass nur an einer Stelle ein Backstop erforderlich war. Selbst die Nahziele waren ganz schön „tricky“! Das letzte Ziel war ein „Falke“, den der Ausrichter mit Schnüren zwischen zwei Bäume gespannt hatte. Nur noch Tina K. und ich hatten Pfeile übrig. Beide konnten wir den Falken auf 10 m treffen. Sie hatte noch drei, ich sogar sechs (durch mehrere Killtreffer konnte ich meine Gesamt-Pfeilzahl erhöhen). Dann erhöhte Carsten die Entfernung auf ca. 20m …
20 m für ein Gruppe 4-Ziel!
Tina hatte Glück: mit ihrem letzten Pfeil konnte sie einen Treffer erzielen. Und ich mit allen sechsen … keinen. Knapp daneben ist eben auch vorbei. :-/

Gratulation, Tina (aka Kayleigh d’Anjou, denn wir haben unter unserer Charakter-Namen für unsere jeweiligen Clans/Völker teilgenommen)!

Trotz „Blockade-Fuddelanker“ habe ich den 2. Platz von 8 Teilnehmerinnen errungen, was alles zum Niveau des Turniers ausdrückt. Außer uns beiden Finalistinnen schießt niemand regelmäßig, die meisten nur einmal im Jahr, nämlich bei unserem Fest. Bei uns gilt eben: Dabei sein ist alles – Hauptsache Spaß!
Leider wird in FOLLOW nur der 1.Platz geehrt, es gibt bei uns kein „Treppchen“. Vermutlich geht es dem „4.“ in anderen Sportwettbewerben genau wie mir: man bekommt eben keine Medaille, auch wenn es ein tolles Ergebnis ist … und das ist frustrierend …
Aber eigentlich kann ich doch zufrieden sein! Wenngleich meine Technik stark zu wünschen ließ, habe ich sehr konstant geschossen und konnte mich auf das „Fremd-Equipment“ gut einlassen. Das ist deutlich mehr als zu erwarten war!

Am Samstag habe ich dann wieder mit dem Compound trainiert. Sehr relaxt, da wurde dann auch die Zughand samt -gelenk schön locker … und so ist es passiert:

Den ersten Nock zerschossen! :-D

Den ersten Nock zerschossen! 😀

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deutliche Rudelbildung 😉

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Burg Ludwigstein mit Zeltplatz

Burg Ludwigstein mit Zeltplatz

Wir hatten eine tolle Woche, und bis auf Donnerstag hat auch das Wetter prima mitgespielt, so dass wir viel draußen sein und das Ambiente der Burg und ihrer Umgebung ausgiebig „bespielen“ konnten. Ich habe es sehr genossen, dass ich außer meinen anderen „Projekten“ und unseren gemeinsamen Aktivitäten und geselligen Runden viel Gelegenheit hatte zu trainieren.

Schön war es wieder auf Magira!

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