Mental und physisch – ein tolles Trainingswochenende!

Ein Bekannter teilte dies auf Facebook mit dem Aufruf NICHT aufzugeben!

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Am Donnerstag Nachmittag sind ein Bekannter und ich mal wieder zusammen auf den Parcours gegangen. Er erholt sich gerade von einem Herzinfarkt, und ich habe meine Mentalbaustelle. Wir gründeten also die Therapiegruppe! :>>
Wir haben beide sehr bedacht und konzentriert geschossen. Ich habe meine Mental- und Trockenübungen eingebaut. Ich konnte erkennen, dass auch mein Bekannter sehr viel entspannter schießen konnte. Kein „Ausbruch“ mehr, wenn mal ein Schuss daneben ging (wie noch im März beim Turnier)! Annehmen und versuchen es beim nächsten Mal besser zu machen… er hat deutlich mehr Ruhe im Schussablauf und mir hat diese Runde ebenfalls sehr gut getan!

CC hat am langen Wochenende Training angeboten. Natürlich war ich wieder dabei! Die sportpsychologische und mentale Unterstützung tut mir sehr gut! Wir haben unter anderem über das „lethargische“ Schießen gesprochen. Damit ist keine (krankhafte) Lethargie im Sinne einer medizinischen/psychologischen Diagnose gemeint! Sondern es geht darum, Erfolge oder Misserfolge nicht so wichtig zu nehmen. Gewissermaßen den Blick von außen darauf richten: ansehen, werten, abhaken und weiter üben. Für mich war neu, dass man auch Erfolge so behandeln soll. Beide extremen Gefühle führen nämlich zu einer Hormonausschüttung, die dann ein zielgerichtetes Weiterarbeiten erschweren.
Das heißt aber (zum Glück) natürlich nicht, dass man sich nicht „trotzdem“ freuen darf… 😉

Endlich konnte ich auch einmal unter den Augen des Reisenden Compound schießen (nachdem ich zwischenzeitlich nochmal bei meinem Bogen-Dealer den Compound in die Hand nehmen konnte).

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Auch auf dem Platz hat es mir viel Spaß gemacht! Ich war sogar so mutig, dass ich nachmittags auf 30 m geschossen habe! Zuerst natürlich zu tief, da das Visier erst eingestellt werden musste, aber dann hat es gut funktioniert. Ich konnte mir ein Bogenbändchen leihen, so dass meine Bogenhand locker offen bleiben konnte. Obwohl der Bogen nicht springt, war es mir aus Sicherheitsgründen lieber. Denn sowohl den Bogen als auch die Pfeile meines Trainers möchte ich finanziell nicht ersetzen müssen… :b
Beim Compound kann ich jeden Schuss „erklären“, ich weiß, was ich gemacht habe. Denn ich habe die Ruhe, meinen Ablauf konzentriert durchzuführen.
Am besten hat mir diese Passe auf 15 m gefallen:

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Der gelbe Punkt war tatsächlich nur ein „Klecks“ auf der Scheibe. Und obwohl ich wieder mit Rechts geschossen habe (also einäugig und „falschrum“), hatte ich insgesamt ein sehr schönes Trefferbild!

Am Donnerstag Abend und den ganzen Freitag also fleißig trainiert! Obwohl uns besonders am Freitag bei weit über 30°C eigentlich das Hirn weggeschmolzen ist… )-o Wir haben zum Glück Pausen gemacht und CC hatte eine Wassermelone mitgebracht. Trotzdem konnte man eigentlich gar nicht soviel Wasser in sich hineinschütten, wie man gefühlt benötigt hätte. Wie sehr habe ich Trainingskollege Seb beneidet, der sich nachmittags in seinen Pool gelegt hat… ;D
Ich selber konnte aber gut arbeiten und habe auch viel von dem „mitgenommen“, was die anderen trainiert haben. Denn auch wenn sie teilweise „Lichtjahre“ von meinem Leistungsstand entfernt sind, plagen sie sich doch ebenfalls mit und arbeiten immer wieder an technischen oder mentalen Aufgaben.

Am Samstag habe ich eine bewusste Auszeit mit etwas völlig Anderem genommen, lediglich morgens/abends meine Mentalübungen durchgeführt.

Ich sollte mir wohl häufiger das Hirn bruzzeln lassen… :>>

Gestern zwei Parcoursrunden… das war nicht geplant (!), hat sich so ergeben.
Nun bin ich noch nicht soweit, Gästen zu sagen „Passt mal auf, ich mache erst mal meine Mentalübungen“. Trotzdem war die erste Runde mit Mike und dem Gast für meine Verhältnisse entspannt. Größtenteils „lethargisch“, einfach mal machen… Es waren erstaunlich schöne Treffer dabei!
Hier beispielsweise entspannte 4 Pfeile (ich hatte nur 4 mitgenommen) auf 4 Ziele, davon drei Kills…

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O.k., beim letzten Ziel, dem Steinbock, ist mir dann doch eine verbale Emotion entfleucht (also nicht ganz „lethargisch“ 😀 ): denn „1. im Kill“ auf die 50 (oder mehr?) m ist mir zuvor nie gelungen! B)

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Nach einem Kaffee bin ich brav an die Scheibe (15 m) gegangen. Meine Schüsse mental vorbereitet, und diesmal auch Zugübungen MIT Pfeil eingebaut. Denn ich hatte für mich festgestellt, dass mein Gefühl für den Ablauf unterschiedlich ist, ob ich nun mit oder ohne Pfeile übe.
„Nein, du musst ja gar nicht schießen“, also einfach Ziehen/Kontakt/Transfer und dann absetzen. Dies habe ich mehrfach wiederholt. Danach gelangen mir komplett vollständige Schussabläufe, sogar unter „Beobachtung“ durch eine Vereinskollegin! Sobald ich den Eindruck hatte ich würde wieder zu schnell oder unruhig: ziehen, Kontakt, „Nein, ich muss doch gar nicht lösen, ich habe die Wahl!“ und absetzen. Das kam aber immer seltener vor.

Dann kam Mike mit den Gästen auf die Schießbahn. Wir machten unser übliches Einführungsprogramm und gingen dann in zwei Gruppen in den Parcours. Es ist mir nicht bei jeden Schuss gelungen, aber ich konnte generell trotz „Beobachtung“ sehr viel ruhiger und konzentrierter schießen als sonst. Wieder schöne Treffer dabei und auch schöne Erfolgserlebnisse für die Gäste.
Das „lethargische Denken“ bewährt sich auch in anderen Situationen. An einem Wildschwein habe ich einen Pfeil zerdeppert. Ja, 12 EUR hinüber, aber ich konnte es akzeptieren, ohne mich darüber zu ärgern.

Danach ging es aufgrund meiner Hausaufgabe zurück an die Scheibe (20 m). Mentale Vorbereitung, dann Zugübungen. Insgesamt habe ich 40 Schuss „tatsächlich“ absolviert. Ich brauchte lediglich bei drei Schüssen eine „Zwischenübung“. Konnte schön in den Kontakt gehen und die Linie aufbauen! Bei jedem Schuss war der Gedanke, dass ich gar nicht lösen „muss“, ich könnte jederzeit auch absetzen. Meist wollte ich nicht, aber durch den schönen Kontakt und die Linie hatte ich alle Möglichkeiten und habe es auch viermal gemacht. „Einfach so“, weil ich es kann und weil ich nichts muss…
Wow! Was für ein Abschluss eines tollen Wochenendes! Nun das gute Gefühl bewahren, vor allem ist es ein ENTSPANNTES gutes Gefühl – einfach chillen.

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Meine letzte Passe gestern: ganz entspannt im kompletten Ablauf auf 20 m. Echter Genuss! Ja, die Passe gefällt mir, rot ist eine schöne Farbe! :yes:

Ich halte es mit dem Zitat aus dem Roman, den ich neulich erwähnt habe (Langstreckenläuferin mit Mentalproblem, die durch ihren neuen Trainer ins „lethargische“ Denken kommt):
„Es wird wieder passieren, aber es ist nicht das Ende!“

Ich freue mich jetzt einfach, packe diese Freunde in mein Herz – und schaue, wie sich alles weiter entwickelt. Ich sehe, dass ich es kann und möchte mir dieses Gefühl bewahren. Und ich darf auch „schlechte“ Tage haben. Gestern war aber ein Tag, der mir rundherum gut tat und den ich aus vollstem Herzen genossen habe!

CC meinte zu meinen Übungen: „der Unterschied mit und ohne Pfeil… ist nicht der Pfeil, sondern dein Wunsch zu treffen. Du verlässt die Handlung und gehst jagen.“
Ich wusste aber nicht, dass man so entspannt jagen gehen kann! 😛
Wir üben immerhin eine Schießsportart aus! Es kann mir keiner weiß machen, dass er nicht treffen will… 😉
Aber dass man entspannt und ohne Druck treffen kann (weil man nicht muss!), das war für mich gestern eine tolle Erfahrung. Und habe ich nicht getroffen, „so what“, darüber kann man zumindest grinsen – es war einfach nicht wichtig.

Mein Gefühl heute: ja, es hat gestern „gefunzt“! Ich genieße es, ich hab‘ etwas geschafft und es ist toll! Und trotzdem ist mir bewusst, dass es EIN Schritt ist. Einer von vielen, die noch kommen und die ich gerne gehen möchte.
Am meisten hat mir gestern wohl gebracht, dass ich bei jedem Schuss neu entscheiden kann, ob ich tatsächlich lösen möchte. Und dass ich nicht „muss“. Es ist keine Niederlage, wenn ich absetze oder nicht treffe.
Es „ist“… und ich kann Freude daran haben! :wave:

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