Schießen hilft…

Das lange Wochenende hat erstmal wieder in die Tiefe geführt, bevor Erkenntnis daraus entstehen konnte.

Am Donnerstag wollten zwei Leute sich kurzfristig zusammen setzen, um etwas zu besprechen. Treffpunkt und Uhrzeit ausgemacht, Feierabend-/Wochenendverkehr berücksichtigt und pünktlich dort gewesen. Und dann warten…
Eineinhalb Stunden später habe ich dann doch mal eine SMS geschrieben. Der Gesprächspartner hatte sich gewundert, warum ich nicht erschienen war und war schon wieder weiter gefahren.
Wir warteten Luftlinie ca. 300 m entfernt aufeinander, und das nur, weil ich kein Smartphone mit Internetzugang habe und mich daher die kurzfristige Änderung des Treffpunkts nicht erreicht hat.

Wie ärgerlich! Ich säuerlich, der Gesprächspartner säuerlich – und besprochen war natürlich auch nichts. Die Lust, dann noch in den Mai zu tanzen, war mir gründlich verdorben.
Sicher, am nächsten Tag konnte man man mit Ab- und Anstand und vor allem Wohlwollen das Missverständnis bereinigen. Aber die Chance war vertan! Zurück ins Schneckenhaus? 😥

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Der Pfeil, den du geschossen hast!

Die Ergänzung stammt von einer Bogenfreundin, der Urheber des Bildes ist unbekannt.

Am Freitag war dann Training beim Reisenden. Ich stand nach dem Ereignissen des Vortages ziemlich neben mir, das Chaos hatte mich sehr mitgenommen.
Irgendwie hatte ich mir zudem beim zwischenzeitlichen Üben leider wieder die Technik verdorben. Dabei fühlte ich mich so sicher und habe vor allem sehr schöne Gruppen fabriziert!

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Tja, half nichts. Mit einer Korrektur fühlte es sich dann besser an. Ich richte den Rumpf gerader aus, komme dann mit dem Bogenarm besser in die Linie – dann muss ich auch nicht so sehr aus der Rückenmuskulatur ziehen.
Das funktionierte prima! Aber so recht realisieren konnte ich meine Fortschritte noch nicht, obwohl ich die Linie während des gesamten Trainings gut und konstant wiederholen konnte.

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Ich habe also DOCH etwas hinzugelernt! Auch wenn ich manchmal denke, dass ich immer wieder „auf Anfang“ zurück muss! Dabei habe ich schon einen guten Lernprozess absolviert, auch wenn es für mich oft „zu wenig“ erscheint.

Besonders positiv habe ich empfunden, dass mir diesmal das Bogenschießen wirklich für die Psyche geholfen hat!
Bisher war es oft so: fühlte ich mich nicht gut, habe ich auch nicht gut geschossen. Weil ich nicht abschalten und mich auf das Schießen einlassen konnte…
Natürlich liegt es aber auch daran, dass ich noch viel zu viel denke. Der Schussablauf ist noch nicht im Unterbewusstsein, und dann „kämpfe“ ich mit der Technik – statt es einfach geschehen zu lassen. Und hadere mit mir…
Am Freitag merkte ich aber, wie sich meine Stimmung mehr und mehr aufhellte! Denn ich konnte die Trainingsanweisung umsetzen und richtig gut schießen. Was zu dem Zeitpunkt aber eher CC und meinen Kollegen aufgefallen ist. Das gute Gefühl konnte ich letztlich erst in den folgenden Tagen wahrnehmen, aber es war da!

Am Samstag konnte ich mit einem schweren Pfeil üben. Interessant! Ging ich gut in die Linie und Spannung, hat der „Speer“ auf 20 m genau dort getroffen, wo ich ihn hin haben wollte. War ich nur ein klein wenig nachlässig, kam er zu früh runter… ein echter „Übungspfeil“. :yes:
Hier hatte ich dann wirklich das Gefühl: „Ich kann es!“ Muss mir nur Mühe geben und es ruhig und konzentriert angehen… 😉

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Gestern hatten wir viele Gäste auf dem Platz und haben uns in drei Gruppen aufgeteilt. Wenn ich Gäste betreue, kann ich mich leider immer noch nicht gut auf meine eigene Technik konzentrieren. Mir ist dann wichtig, dass die Neulinge Spaß am Bogenschießen und im Parcours haben! Besonders einem Mädchen musste ich verstärkt helfen, weil der Vereins-Leihbogen einfach viel zu stark für sie war.
Meine Trefferrate war nicht so schlecht, aber ich hatte wieder bei der Technik geschlampt – hätte also deutlich besser sein können.
Wir hatten die Gruppe gerade durch, als der große Regen kam!
Ich wollte den Tag aber noch gut abschließen und habe drei Passen á drei Pfeilen auf die Scheibe geschossen, die zufällig 30 m entfernt stand.
Konzentriert und ruhig in die Linie gegangen – und tatsächlich alle neun Pfeile ordentlich auf der Scheibe untergebracht! Dieses gute Gefühl konnte ich mitnehmen!

Es scheint auf jeden Fall etwas dran zu sein: lässt man sich erst einmal auf eine Entwicklung ein, heißt das nicht, dass sich nicht trotzdem Hindernisse in den Weg stellen! Aber man lernt damit umzugehen, und daraus zieht man wieder Erkenntnis und Selbstwert.
Es verblüfft mich immer wieder aufs Neue, was Bogenschießen in einem auslöst! Da tauchen Themen auf, die man längst verarbeitet glaubt (am Donnerstag eben das Minderwertigkeitsgefühl). Aber das Schießen hilft, solche Themen tatsächlich anzugehen – und das Selbstvertrauen für den weiteren Weg zu entwickeln.

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