Günther Bach 2-4

Inzwischen habe ich die Folgebände zu Das Horn des Hasen gelesen.
Im zweiten Band „Pfeile im Nebel“ begegnet Rolf Bärger seinem Freund Erhard wieder – in Dänemark! Erhard war nämlich aus der DDR geflohen, arbeitet in einem Mittelalter-Center und lehrt dort Bogen-, Pfeilbau und Bogenschießen. Rolf gibt seine Architektentätigkeit auf, weil er er keinen Sinn mehr darin sieht und sich in seine dänische Gastgeberin Maybritt verliebt.

Der dritte Band „Gegen den Strom“ führt Erhard weiter nach Kanada, während Rolf sich in Dänemark zunehmend zuhause fühlt. Bärger hat gewissermaßen den Job von Erhard im Mittelalter-Center übernommen. Erhard bittet Rolf um den Entwurf einer „cabin“ in Kanada und diese Aufgabe beschäftigt den Architekten intensiv. Schließlich fliegt er dorthin und überwacht den Hausbau.

Im vierten Band „Das unsichtbare Ziel“ verlebt Rolf mit Maybritt einen wunderschönen Urlaub in der Provence. Das gemeinsame Leben verändert sich stark, weil Maybritt beruflich zur Wochenendpendlerin wird.

Das Bogenschießen nimmt in den Bänden 2-3 nur recht wenig Raum ein.
„Pfeile im Nebel“ zeigt uns einen Rolf, der lange nicht mehr geschossen hat, und erst durch die Begegnung mit Erhard wieder damit beginnt. Erhard lehrt seinen Freund das 3D-Schießen.

In „Gegen den Strom“ hat Erhard beruflich mit Bogenbau und Bogenschießen zu tun, leider wird darüber nur wenig erzählt. Er lernt einen Bogenjäger kennen, geht mit ihm zur Jagd (in Dänemark legal), und auch in Kanada spielt die Jagd eine Rolle.

Erst im vierten Band nimmt das Bogenschießen wieder mehr Raum ein. Zum Einen, weil Rolf gesundheitlich eine Weile nicht schießen kann, zum Anderen er einem Jungen das Bogenschießen beibringt – und schließlich selbst wieder beginnt.

Die drei Bände sind erzählerisch in Ordnung. Als Leser erfährt man viel über Architektur, chinesische Tuschmalerei, japanisches Raku-Handwerk und Geometrie. Wenn man sich darauf einlässt, sind es interessante Informationen. Liest man die Romane wegen dem Bogenschießen, wird man leider enttäuscht. Es wird eher sachlich darüber geschrieben als darüber reflektiert.
Der Zauber des ersten Bandes „Horn des Hasen“ ist leider verloren gegangen. Der erste Band beschrieb sehr schön, wie das Bogenschießen Menschen verändern kann. In den Folgebänden wird darauf leider viel zu wenig eingegangen! :-/

Es sind gut geschriebene Geschichten, und in jedem der drei Bände gibt es auch eine anschaulich-„anregende“ sexuelle Episode. Aber eine tiefgehende Wirkung erzielen die Bücher nicht.
Wer den ersten Band mochte, sollte es am besten dabei bewenden lassen. Oder sich auf eine gewisse Enttäuschung einstellen. Denn vergleichen mit dem ersten Band lassen sich die Folgebände nicht.

Am meisten hat mir die Widmung gefallen – denn der Vorbesitzer hat die drei Bücher vom Autor persönlich erhalten.
In Band Zwei steht: „Bitte nicht aufgeben, mein Freund – niemals!“