Versuch eines Mentaltrainings

Gestern habe ich weiter gearbeitet.
Leider war ein anderer Schütze auf der Einschießbahn. Schon war ich wieder im Unsicherheitsmodus, obwohl ich ja nun wirklich keine Luftballons auf 30 m mit dem Compound schießen wollte (was ihm übrigens nicht immer gelang…). Meine Gruppen auf 5 m waren zwar gut, aber technisch war es wieder nix.

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Also habe ich abgebrochen und erst mal eine Stunde im Parcours gearbeitet: mit der Schubkarre Müll rausgefahren und „Wegebau“ betrieben. Körperliche Arbeit tut gut und macht den Kopf frei!

Als ich zurück auf der Schießbahn und alleine war, habe ich dann meine „Mentalübung“ aufgehängt. Das Bild soll mich daran erinnern, dass ich den Schuss richtig aufbauen kann. Ich habe zwei Passen auf 10 m geschossen und die Übung hat funktioniert!

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Sicher kann man auch andere Symbole dafür nehmen, aber das war mir spontan eingefallen.

Mit so einem „Mentalbild“ habe ich schon einmal gearbeitet, im Rahmen meiner Reha. Im Stressbewältigungsseminar kam eine Situation wieder in mir hoch, die ich über Jahre nicht bewältigt hatte. In meiner Funktion als Betriebsrätin war ein Geschäftsführer so erbost über eine Anfrage von mir, dass er mich angeschrien hat. Ich konnte die Situation zwar äußerlich lösen, aber das Anschreien hat mich so verunsichert, dass ich das Amt kurz danach aufgegeben habe. Auch wenn der Vorfall objektiv ihn und nicht mich belastete, hat mich das tief verletzt. In der Reha wollte ich das Thema endlich für mich beenden. Also habe ich mir ein Symbolbild gemalt und im Außengelände des BSC Schömberg so lange darauf geschossen, bis alle Pfeile, die ich hatte, darin steckten. Das hat so gut getan!
„Belastet dich etwas, erschieß‘ es!“ Natürlich im übertragenen Sinne (!), aber es hilft!:yes:

Ganz „gezielt“ bin ich dann zum Geist gegangen. Und wieder war es so: ich konnte den Schuss jeweils ganz in Ruhe aufbauen, schön in die Linie arbeiten und das Gefühl des „perfekten Schusses“ genießen!

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Um dieses gute Gefühl nicht abzunutzen, habe ich es bei 4 Pfeilen bewenden lassen.
Interessant, dass es mir bei diesem beweglichen Ziel so gut gelingt. Scheibe und statische Ziele laufen nicht weg, eigentlich hätte ich also viel mehr Kontrolle für den Schuss. Trotzdem ist das bewegliche Ziel für mich „einfacher“, da ich es selbst „steuere“.

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Dies ist ein Steilschuss bergauf, etwas mehr als 20 m vielleicht. Auch hier kann ich mich gut auf den Schuss einstellen. Daher habe ich mir das gegönnt.
Manchmal denke ich: je „schwerer“ der Schuss, desto besser kann ich mich konzentrieren und ihn korrekt aufbauen…

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Dass es geht, zeigt das Mobile. Ich brauchte zwar sieben Pfeile, konnte aber alle sechs Ziele treffen, davon zwei ins Kill!

Insgesamt also ein schöner und erfolgreicher Tag! Trotz aller Grenzen, die ich mental noch habe – ich kann etwas erreichen! Dies verinnerlichen und im Herzen tragen…

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Stefan Niessen hat mich beim Turnier „erwischt“, als ich doch einmal ankern konnte. Da er sich derzeit intensiv im Zeichnen übt, hat er das Foto grafisch umgesetzt. Vielen herzlichen Dank, Stefan, für das schöne Bild! :wave:

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