"Core Archery"

von Larry Wise, Weltmeister, Profi-Trainer und Lehrer

ISBN-13: 978-0-913305-18-8

Interessiert hat mich an dem Buch der Untertitel: „Schießen mit guter Rückenspannung“
Dieses Thema scheint nicht nur für mich von Bedeutung zu sein, das Buch ist 2014 bereits in der 4. Auflage erschienen!

Nach Definition der „Kernkompetenz“ beim Bogenschießen geht der Autor auf folgende Punkte näher ein:
Shooting Objektive, Stand, Draw, Aim & Release, Learning Back Tension, Muscle Activity, Aiming & Sighting, Mental Game

Besonders wichtig ist Larry der Aufbau der Rückenspannung. Hier arbeitet er mit einem Chiropraktiker zusammen, und stellt in sehr guten anatomischen Zeichnungen die Muskulatur und den korrekten Linienaufbau dar.
Dies ist eine gute Ergänzung zum Training, weil man den medizinischen Hintergrund des gesunden Bogenschießens nachlesen kann. Da ich lange medizinisch tätig war, sind das für mich wertvolle Informationen.

Irritierend finde ich manche Fotos. Denn während die Zeichnungen eine „perfekte“ Linie zeigen, sieht das bei Larry so aus, als ob Hüfte und Schultern gerade nicht in der Linie stehen!

core-archery

Larry betont zwar, dass die Fotos nicht perfekt seien, weil das seinen Stand zum jeweiligen Zeitpunkt zeigt. Aber er möchte doch seinen Lesern etwas beibringen – dann würde ich solange daran arbeiten, bis ich das „richtig“ zeigen könnte. 😛
Vielleicht liegt meine Irritation aber auch woanders: Larry schießt Compound! Vielleicht ist der Linienaufbau da anders…

In diesem Video scheint er aber gerade in der Linie zu stehen!

Können die Compoundschützen unter meinen Lesern dazu bitte etwas beitragen? Gerne als Kommentar! 😉

Genial finde ich das „Daumenkino“! Larry hat den ganzen Schussablauf filmen lassen und hat daraus 44 Fotos ausgewählt. Man kann die Seiten durch die Finger gleiten lassen und hat so den Eindruck eines bewegten Bildes.

Leider geht Larry kaum auf Blankbogenschießen ein. Ab und zu erzählt er etwas zum Lösen der Sehne mit den Fingern, aber hauptsächlich empfiehlt er das „Back Tension Release“. Auch geht er auf verschiedene Arten von Visieren etc. ein.
Insofern ist das Buch für den Compoundschützen definitiv wertvoller als für Langbogen- oder Jagdrecurveschützen. Olympische Recurveschützen können sicher ebenfalls von der Darstellung des Zielens profitieren.

Als Ausgleich und zur Steigerung der Fitness empfiehlt Larry einen täglichen halbstündigen Spaziergang im Wald. Dazu nimmt man einen Besenstiel oder Spazierstock mit (Tipp von mir: legt euch ein paar Nordic Walking-Stöcke zu!), oder man sucht sich im Wald ein längeres Stück Totholz. Damit kann man dann die beschriebenen Übungen für den Oberkörper machen.

Die mentalen Aspekte sind sehr gut dargestellt. Zwar auch nichts, was ich nicht auch aus dem Training kenne, aber für mich ist eine stete Wiederholung dieser Thematik wichtig.
Larry empfiehlt sich den Schussablauf aufzuschreiben und Punkt für Punkt durchzugehen. Das ist wirklich ein guter „Plan“, denn auch bei CC sind wir angehalten, den Schussablauf zu notieren. Und tatsächlich konnte ich meine Liste seit der ersten Erstellung schon verfeinern und erweitern.

Manches Dargestellte ist für mich schlicht nicht relevant, weil ich keine Compound- oder Visierschützin bin. Trotzdem finde ich die medizinischen Aspekte spannend, und der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Also kann ich auch aus diesem Buch etwas für mich herausziehen.

Wie schreibt Larry so schön:
„I remind you here to the two steps of archery:.
Step 1: Learn to shoot a Ten.
Step 2: repeat Step One!“

Also ganz einfach! :))

2 Kommentare

  1. Andreas Althaus · März 29, 2015

    Interessantes Thema mit dem ich mich speziell in den letzten Wochen intensiv auseinander gesetzt habe. Auslöser bei mir war meine Teilnahme beim diesjährigen Vegas Shootout bei dem ich Leuten wie JP Deloche, Jesse Broadwater und Kevin Wilkey über die Schulter schauen konnte und die für mich zur Zeit den schönsten und perfektesten Stil im Compound Bogenschiessen verkörpern. Kurzum, ich habe bis vor kurzem eine Haltung ähnlich dem Foto von Larry gehabt und habe dann durch Umstellung der Technik für den Vorauszug mich in die Richtung der anatomischen Zeichnung herangearbeitet. Wie immer beim Bogensport – egal ob traditionell, Recurve oder Compound…es gibt kein wirkliches Richtig oder Falsch…man muss sich an sein persönliches Optimum heranarbeiten und es erspüren. Ich kann aber sagen das eine „lineare“ Haltung ähnlich der gezeigten anatomischen Zeichnung für mich folgende Vorteile brachte: Ich kann dadurch jetzt mit viel weniger Kraftaufwand den Vorauszug aufbauen und ruhiger im Gold stehen. Durch die lineare Haltung ist der Auslösevorgang viel akkurater – man löst auch linearer nach hinten aus. Die Umstellung kann auch den Effekt haben, dass sich der Auszug verlängert – was mich ein paar Wochen irritiert hat weil ich mich quasi in meinem Compound-Bogen mit der nun zu kurz gewordenen Auszugslänge stauchen musste und dadurch zu hohen und unterschiedlichen Druck auf die Bogenhand und entsprechende Streuung im Trefferbild sah. Fazit: Es macht Sinn hier zu experimentieren – idealerweise mit einem fachkundigem Trainer der einem bei dieser Umstellung begleitet. Ob man dann besser schießt fühlt und sieht man dann sehr schnell.

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    • CyberAndy · März 31, 2015

      Peter hat mir dazu ein interessantes Foto weitergeleitet:

      Das Dreieck macht ja schon geometrisch Sinn, weil die Kraftübertragung am besten ist. Aber jeder Körper ist verschieden, der Muskelaufbau ist unterschiedlich. Man muss wohl das beste daraus machen… 😉

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