Gedanken…

Sachbücher über das Bogenschießen gibt es viele, aber Geschichten und Romane sind eher selten. Dabei gibt es sicher viel zu erzählen!
Ich lese gerade „Das Horn“ des Hasen“ von Günther Bach. Der Erzähler beschreibt die Anfänge seines Bogenwegs und seine Begegnungen mit dem Trainer und Bogenbauer Erhard. Eines Tages ist Erhard verschwunden und der Erzähler macht sich auf die Suche nach ihm…

Die Geschichte ist gut geschrieben! Es gibt im Verlauf Dialoge, die mich stark berühren, weil ich selbst im Lernen und Erleben stehe.
Zwei Textstellen möchte ich zitieren… wobei ich die erste umformulieren musste, da sie sonst für mich als „Linke“ nicht passt. 😉

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„Mach deine Zughand locker und stark“, sagte er. …
„Also schön“, sagte ich lachend, „und wenn sie dann locker und stark ist?“
„Dann versuche selbst so zu werden, wie deine Zughand.“

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Solange du beim Bogenschießen Zweifel hast, dein Ziel zu treffen – solange du hoffst zu treffen – kannst du es ebenso gut bleiben lassen. Du musst absolut sicher sein zu treffen. Wenn du nicht sicher bist, lass den Pfeil im Köcher. Es gibt irgendwo eine Grenze, an der du dein Ziel checken kannst und irgend etwas in dir sagt dir dann, ob du treffen wirst oder nicht. Diese Grenze liegt nicht bei der Tragweite deines Bogens, sondern bei der Sicherheit deines Handelns.“

Ich bin heute erst auf Seite 83, wer weiß was noch kommt! :.

ISBN-13: 978-3980587747

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Lehren und Lernen… gestern habe ich einen dazu passenden Spruch gelesen. Für meine Trainer CC und Jens.

Worin unterscheiden sich Meister und Schüler?
Der Meister ist viel häufiger gescheitert, als es der Schüler überhaupt versucht hat.

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Ich habe ja vor zwei Tagen geschrieben, dass ich etwas suche, um mich auf das Schießen einzustimmen. Vielleicht ein Ritual?
Eben habe ich einen Artikel über japanisches Bogenschießen gelesen. Kyudo ist sehr stark ritualisiert (dazu bin ich viel zu sehr Freigeist… 😉 ). Zunächst wird eine Reinigung des Dojo vorgenommen und die bösen Geister vertrieben.
Im Artikel von Fritz Eicher heißt es:

„Wir sind alle von ‚hungrigen Geistern‘ umgeben – Versuchungen, Begierden und negativen Gedanken. Der Ha-Ya, der erste Pfeil, ist dazu da, diese hungrigen Geister auszutreiben.
Der Oto-Ya, der zweite Pfeil, ist ein Symbol dafür, dass man das Glück willkommen heißt, weil man gereinigt worden ist.“

Auch wenn man kein Kyudo betreibt, kann es eine gute Idee beim Einschießen sein, die ersten beiden Pfeile so bewusst einzusetzen…