Bogenschießen im Schwarzwald

Im November 2014 war ich zur Reha im Nordschwarzwald. Da ich mir nicht vorstellen konnte, drei Wochen keinen Bogen in die Hand zu nehmen, habe ich mich nach Parcours und 3D-Vereinen erkundigt. Leider ist das Angebot im Nordschwarzwald dürftig…
Immerhin fand ich in 35 km Entfernung einen Feldparcours, der nächste 3D-Parcours war bereits 72 km entfernt und alles weitere über 90 km. Zwar hatte ich das Auto dabei, aber „mal kurz“ eine Runde gehen wäre eher schwierig.

Als „Notlösung“ suchte ich nach „irgendeinem“ Bogenverein – bei FITA-Schützen dürfte es zumindest eine Trainingsmöglichkeit geben. Tatsächlich fanden sich sogar im Ort Bogenschützen, im BSC Schömberg!

Nach einem Mailaustausch stand fest: sie lassen mich mitspielen! Da würde ich ihnen wohl zeigen müssen, dass man auch blank schießen kann und dazu nicht unbedingt ein Vereins-T-Shirt braucht. 😉
Nach einer Einweisung dürfe ich zum freien Training sogar deren Bogenplatz (Freigelände) nutzen! Insofern hätte ich nun genug Möglichkeiten, auch wenn’s mit Parcours nicht klappen sollte.

Am 05.11. angereist und abends gleich beim Training! Die Schützen haben mich sehr nett aufgenommen! Allerdings war ich dort ein echter Exot… 😉
Die Anfänger schießen Vereins-Leihbögen, Einsteiger-Recurve wie bei uns im JBC. Ein einziger schoss Jagdrecurve blank, der Rest olympisch bzw. Compound mit Visier, Stabi etc.
Man stand in der Halle ziemlich eng oder musste sich abwechseln, zu viele Schützen für die relativ kleine Halle.
Die 18 m waren eine echte Herausforderung für mich, und ich brauchte etwa eine Stunde, um mich darauf einigermaßen einzuschießen. Außerdem wurde mir ein 40er Spot zugewiesen, das war für mich nicht „ohne“, ist ja doch recht klein… 😀
Die kritischen Blicke der Vereinsschützen haben zwei Erkenntnisse gebracht:
– denen: man kann auch mit Langbogen und blank treffen!
– mir: mein Anker, dabei habe ich mir doch Mühe gegeben… *seufz*

Am Freitag hatte ich mir dann wohl die Platzreife erspielt, ich durfte ohne weitere Einweisung den Bogenplatz nutzen! Also machte ich mich am Dienstag auf zu einem anderen Ortsteil – netterweise dufte ich im Krafttraining früher gehen, damit ich noch im Hellen Bogenschießen gehen konnte . Der sehr gepflegte Platz liegt schön gelegen auf einer Hochebene am Waldrand. Vorhanden ist alles, was das FITA-Herz begehrt – und sogar ein bewegliches Ziel (ein beweglicher Galgenbaum mit Würfeln). Ein wichtiger Teil der Einweisung war: „wenn die Schafe auf dem Platz sind, langsam nach hinten lotsen – nicht treiben!“ Zum Glück waren die Schafe aber bereits im hinteren Teil eingezäunt. 😀

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Mit viel Konzentration, bewusstem Ankern und Ausrichten „ging“ auch was auf die 40 m! Auf diese „Gruppe“ bin ich mächtig stolz – „Alle Neune“ auf der Scheibe, und das mit meinem 25lbs-Langbogen!

An meinem letzten Tag beim BSC wurde (aus anderen Gründen) ein Gruppenfoto gemacht. Dazu mussten wir uns alle an der Schießlinie einreihen.

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So dicht wie die Sardinen in der Büchse schossen wir dann doch nicht. Die Zeit wurde immer so gepfiffen (oder per PC getutet), dass wir in zwei „Schichten“ jeweils (mindestens) 3 Pfeile schießen konnten. Beim Pfeilauflegen waren wir trotzdem brav und der Fotograf lebt noch! 😀 Übrigens hat der BSC hat eine große Jugendabteilung, die mittwochs vor den Erwachsenen trainiert – daher sind die nicht auch auf dem Foto abgebildet, da wäre es dann wirklich eng geworden.

Insgesamt konnte ich beim BSC viermal in der Halle und zweimal auf dem Platz trainieren.
Herzlichen Dank, liebe Schützenkameraden! Aus mir wird nie eine FITA-Schützin, aber ich habe mich bei euch sehr wohl gefühlt!

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Die Bogenabteilung der SG Malsch hat einen kleinen Feldparcours mit 12 Stationen. Dort war ich zweimal zu Gast. Leider ist das Gelände nur sonntags zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet.
Am meinem ersten Tag war das Wetter traumhaft! In den zwei Stunden kann man den Parcours problemlos zweimal gehen. 😉
An zweiten Sonntag hatte sich die Nebelsuppe in der Rheinebene tagelang so festgesetzt, dass es kalt und feucht war – und ich deutlich zu schlecht gekleidet (außerdem bereits erkältet, was sich später zu einer veritablen Nebenhöhlenentzündung entwickeln sollte… 😦 ). Denn „bei uns oben“ war der Nebel längst weg, es war ein wunderschöner warmer Herbsttag. So jedoch war ich recht schnell durchgefroren und wir sind dann nach der (ersten) Runde schnell zum Frühschoppen übergegangen… 😉

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Der Parcours darf nur in Begleitung begangen werden und so danke ich Gerhard, dass er mich begleitet hat, obwohl er aufgrund Schulterproblemen selbst nicht schießen konnte!
Dieser Parcours fällt definitiv in die Kategorie „Klein, aber fein!“

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Weitere Fotos aus dem Schwarzwald findet ihr in meinem Facebook-Profil!

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Allerdings: je besser ich an der Scheibe wurde, desto schlechter wurden die Parcours-Ergebnisse… :**:
Außerdem habe ich mir in den Wochen ohne gezieltes Training (beim BSC wurde ich nicht korrigiert) wieder Abläufe angewöhnt, die ich überwunden glaubte. Und dann war ich auch noch krank und fast drei Wochen außer Gefecht… 😦 Da musste ich im Dezember teilweise wieder ganz neu ansetzen! :-/

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